Wichtigste Sanierungsmaßnahme ist das Abstellen von Feuchtigkeitsquellen! Technische Fehlerquellen, wie
In diesem Zusammenhang ist darauf hinzuweisen, daß es eine Vielzahl ungeeigneter Trockenlegungsmaßnahmen gibt. Der Hausbesitzer soll bedenken, daß die mechanischen Trennungen wie Mauerwerksaustausch, Absägen der Mauern und Einlegen von Folien oder das Eintreiben von nichtrostenden Chromstahlplatten zu den sichersten handwerklich ausführbaren oder sofort überprüfbaren Möglichkeiten gehören. Auch undichte Dächer (Dachluken, Kamin- anschlüsse etc.) sollten überprüft und ggf. von Fachleuten repariert werden. Des weiteren sollte man Fensterbankanschlüsse und vorspringende Sockel, Hausanstriche und Fassaden in Augenschein nehmen. Der Anstrich sollte nicht nur unter dem Gesichtspunkt der optischen Verschönerung betrachtet werden, sondern auch für eine trockene Fassade sorgen. Ebenso ist darauf zu achten, dass richtig gelüftet und geheizt wird. Schwammbekämpfung nur durch erfahrene Fachfirmen. Die Gefahr des Wiederauflebens des Hausschwammes ist außerordentlich groß. Die Befallstellen sind genau abzugrenzen, wobei ein Sicherheitsabstand in der Ausdehnung von 1 - 2 qm über dem erkennbaren Befall eingehalten werden muß. Es ist in jedem Fall auch der Verputz vom Mauerwerk zu entfernen, um die Ausbreitung festzustellen. In der Regel müssen über den befallenen Kellerräumen die Fußböden und die darunterliegende Auffüllung ausgebaut werden. Sehr oft sind auch Türstöcke und Fensterbänke schon vom Hausschwamm geschädigt, so dass auch diese ausgebaut werden müssen. Das infizierte Material ist Sondermüll und somit nur durch zugelassene Entsorger ordnungsgemäß zu entsorgen oder zu verbrennen. Selbstverständlich müssen nach einer solchen Arbeit alle Zugangs- und Transportwege in die Bekämpfungsmaßnahmen mit einbezogen werden. Alle Oberflächen des Mauerwerks sind anschließend abzuflammen, d.h. auszubrennen. In den Befallsbereichen muss das gesamte Mauerwerk durch Anlegen von Bohrlöchern im Abstand von ca. 20 - 25 cm und einer Tiefe von mindestens 4/5 der Mauerdicke (wobei der Bohrlochdurchmesser 15 mm sein soll) durch mehrmaliges Auffüllen mit amtlich zugelassenen bzw. nach "Ral" geprüften Holzschutzmitteln bearbeitet werden. Ebenso müssen die gesamten Oberflächen mit den zugelassenen Schwammbekämpfungsmitteln imprägniert werden. Zum Schluss sei noch bemerkt, dass es neben dem echten Hausschwamm noch andere Schwammarten gibt, insbesondere den gelbrandigen Hausschwamm, den balkenbewohnenden Hausschwamm sowie den wilden Hausschwamm, den Porenschwamm und den Kellerschwamm. Sie sollen in gleicher Weise wie der echte Hausschwamm bekämpft werden.
| Obwohl der Hausschwamm schon seit langer Zeit bekannt ist, die ältesten Überlieferungen gehen in die Zeit 1300 v. Chr. zurück, muss man sich wundern, dass er noch so stark verbreitet ist. In den Altstadtgebieten sind oft ganze Straßenzüge vom echten Hausschwamm befallen, der mit den Speise- und Giftpilzen eng verwandt ist. Die genaue Bezeichnung lautet: serpula lacrimans.Erkennen des echten HausschwammsWegen seiner vielfältigen Erscheinungsformen wird der echte Hausschwamm sehr oft von Bauunternehmern, Architekten und sogar Bausachverständigen nicht erkannt. Immer wieder kann man feststellen, dass durch die Fehlbestimmung und Fehleinschätzung von Schadensbildern und Erkennungsmerkmalen unsachgemäß Sanierungsmaßnahmen durchgeführt werden. Anhand gezielter Untersuchungen durch Fachleute wurde festgestellt, dass nur ca. 40 % der in einem Altstadtgebiet untersuchten Häuser frei von holzzerstörenden Pilzen waren. In 40 % der Fälle war der Befall durch den echten Hausschwamm sichtbar. Ein weiterer hoher Prozentsatz der untersuchten Häuser war mit ähnlichen, stark holzzerstörenden Pilzen befallen als da sind, der braune Kellerschwamm, der weiße Porenschwamm und einige Blättlingsarten. Die Unterscheidungsmerkmale an dem befallenen Holz sind nur mikroskopisch zu analysieren. Relativ gute Unterscheidungsmerkmale weisen die einzelnen Fruchtkörper auf. Es kann auch eine Differenzierung durch die Myzelstränge vorgenommen werden.Ausbreitung des HausschwammesWenn man bedenkt, dass eine Art der Ausbreitung über die Sporen stattfindet und ein gut ausgewachsener Fruchtkörper diese Sporen millionenfach produziert und in der Raumluft verteilt, so kann man sich leicht vorstellen, dass die Ausbreitung allein durch die Sporen unheimlich große Ausmaße annehmen kann. Sehr oft findet man in Keller, besonders im Bereich von Kellergewölben diese Fruchtkörper. Fallen nun die Sporen in sehr großer Anzahl auf einen günstigen Nährboden, genannt sei hier z.B. Holz, so bedarf es zum Keimen und zur Verbreitung nur noch günstiger Feuchtigkeits- und Temperaturverhältnisse. Zunächst bilden sich sogenannte Keimhyphen. Vom Primärmyzel wachsen weiter Hyphen, die sich sehr schnell vermehren und sich miteinander verzweigen. Diese ergeben später ein dichtes Pilzgeflecht. Bei dem Myzel wird unterschieden zwischen dem sogenannten Substratmyzel, das im Inneren des Holzes wächst, und dem Oberflächenmyzel, das zunächst auf der Holzoberfläche und später auch auf dem Mauerwerk sich weiter verbreiten kann. Beim echten Hausschwamm gibt es auch noch ein sogenanntes Luftmyzel. Man erkennt es an feinen, weißen, watteartigen Gebilden. Beim echten Hausschwamm ist der Fruchtkörper zunächst charakteristisch rotbraun gefärbt, an den Randzonen hat er weiße Zuwachsränder, diese können auch watteartig aussehen. Ältere Fruchtkörper werden oft dunkelbraun bis schwarz. Sehr oft hängen sie im Bereich der Keller von den Decken wie alte Lumpen an den Oberflächen. Neben den Sporen sind auch andere Ausbreitungsmöglichkeiten bekannt. Es ist z.B. ohne weiteres möglich, dass die Ausbreitung auch über Myzelstränge oder Teile von Myzelsträngen durch Verschleppen, z.B. mit den Schuhen oder irgendwelchen befallenen Gegenständen, die von einem in den anderen Raum gebracht werden, erfolgt.Der Hausschwamm kann pro Tag mehrere cm in alle Richtungen wachsen. Noch etwas anderes macht den echten Hausschwamm so gefährlich. Die erwähnten Myzelstränge, in der Regel 1- 5 mm stark, wachsen nicht nur auf Kohle- und Briketthaufen zwischen Fugen von Brettern und Balken, sie wachsen auch durch feine Ritzen im Mörtel und zwischen den Mauersteinen hindurch. Selbst qualitativ schlechten Beton kann der echte Hausschwamm durchdringen. Er kann sich somit von einem Raum in den anderen, von einem Stockwerk zum nächsten, in Einzelfällen sogar vom Keller bis zum Dach verbreiten. Sehr oft findet man diese Myzele auch hinter dem Putz im gesamten Mauerwerk und deswegen wird der Laie oft auch vom Mauerschwamm sprechen. Hat das Wachstum des Hausschwammes ein bestimmtes Ausmaß erreicht und tritt durch Feuchtigkeitsmangel oder andere für die Entwicklung ungünstige Umstände ein Wachstumsstillstand ein, der auch mehrere Jahre andauern kann, so kommt es zur Bildung von Frucht- oder Vermehrungskörpern. Sind diese Fruchtkörper gewachsen, kann der echte Hausschwamm in gewissem Umfang selbst zur Aufrechterhaltung seiner Lebensbedingungen sorgen. Bei der Zersetzung der Zellulose durch das Substratmyzel entsteht Wasser. Es erscheint häufig in Tropfen auf dem Oberflächenmyzel, woher die Bezeichnung "Tränenschwamm" und der wissenschaftliche Artname "lacrimans" (der Weinende) abstammen. Dieses Wasser führt direkt zur Durchfeuchtung des Holzes, mindestens jedoch zur Erhöhung der Luftfeuchtigkeit und damit wiederum der Holzfeuchtigkeit. Der echte Hausschwamm ist wie oben schon erwähnt, der gefährlichste und zugleich der am schwierigsten zu bekämpfende Zerstörer in Gebäuden, in denen Holz verbaut ist. Eine Hausschwammbekämpfung sollte nur durch ausgebildete und geschulte Fachfirmen durchgeführt werden, da eine unsachgemäße Sanierung weitaus größere Schäden (Ausbreitung) zur Folge haben kann. |
